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Staatlich-städtische Kunstgewerberschule
Burg Giebichenstein

In Halle wurde 1915 die noch heute aktive Kunsthochschule Burg Giebichenstein gegründet, nur wenige Jahre bevor in Weimar 1919 das staatliche Bauhaus entstand. Dieses rückte geografisch näher, als dieses 1924 nach Dessau umsiedelte.

Doch die Bauhaus-Studierenden konnten sich mit Dessau nicht anfreunden und nicht wenige von ihnen wichen in das im Vergleich zu Dessau schillernde Halle aus. Dort siedelte sich eine Fraktion von Bauhäuslerinnen und Bauhäuslern an und einige von ihnen wechselten an die Burg Giebichenstein.

Zu den bekannten Gesichtern gehörte u.a. Gerhard Marcks, der als erster Meister 1919 an die Bauhausschule in Weimar berufen wurde. Im September 1925 wechselt er an die Burg und übernahm die Bildhauerklasse. Schließlich leitete er 1928 und 1933 stellvertretend den Betrieb an der Burg. Auch die Bildwerkerin Benita Otte sowie die Keramikerin Marguerite Friedlaender wechselten zur Burg. Zu DDR-Zeiten* wurde Walter Funkart von 1950-1964, ebenfalls ehemaliger Bauhäusler, Rektor der Burg Giebichenstein.

Obwohl das Bauhaus qua Ausrichtung die Fühler in alle Welt ausstreckte, werden die Verbindungen zwischen den lokalen Kunstgewerbeschulen immer deutlicher: 1925 bereits feierten Studierende der Burg und des Bauhaus gemeinsam das Fest “Neue Sachlichkeit”, Oskar Schlemmer war mit seinen Stücken Gast in Halle und 1928 eröffnet in Halle die Wanderausstellung “Junge Bauhausmaler”.

Nach 1945 gab es in der DDR wenig Interesse, dass Bauhaus weiterzuführen. Viele waren geflohen und der direkte Einfluss von Bauhäuslern brach ab. Die Studierenden der Kunstschulen in der DDR standen aber dennoch weiterhin in Kontakt* und teilten untereinander ihr Wissen.

* (Kommentar von Else und Ronald Kobe)

Impressionen: Burg Giebichenstein & Neuwerk-Campus