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Kunst- und Handwerkerschule Magdeburg

Wie in Halle strahlte das Bauhaus aus Dessau und die dort entwickelten Ideen bis nach Magdeburg. Dort wirkte der Architekt Bruno Taut, ein Freund Walter Gropius’. Einen Namen machte sich Taut mit der Planung und Gestaltung der Gartenstadt Magdeburg-Reform. Taut entwarf 1922 außerdem die mittlerweile sanierungsbedürfte Sporthalle “Stadt und Land”, heute Hermann-Gieseler-Halle.

Es ging auf Tauts Bestrebungen zurück, dass über Umwege Wilhelm Deffke (“Erfinder des Logodesigns”) Rektor der Kunst- und Handwerkerschule in Magdeburg wurde. Deffke lernte Gropius im Planungsbüro Peter Behrens kennen und wurde von diesem inspiriert.

Doch der große Schein der Internationalität des Bauhauses verdunkelte auch hier die regionalen Verbindungen. Das Dreieck Magdeburg, Dessau und Halle war ein lebendiges, gingen aber immer etwas unter. Ein Grund ist die Narrative über die Geschichte des Bauhauses: diese wurde hauptsächlich von Außen, bis 1970 vorallem im Westen, geschrieben wurde. Mehr und mehr werden die Verbindungen zu den regionalen Standorten sichtbar: Freundschaften und Besuche, Teilnahme an Ausstellungen, Feste, etc.

Nach 1945 wurde auch in Madgeburg der Bruch mit dem Bauhaus in der Besatzungszone sichtbar. Zwar konnte Deffke von 1946-1950 seinen Posten wiederbesetzen, das Bauhaus verschwand allerdings nach und nach aus dem Kunstgewerbe. Der Einfluss ließ sich allerdings nicht mehr verschweigen. Die Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in Magdeburg stellte ihren Betrieb 1964 ein und damit endete auch offiziell der Austausch zu den anderen Kunsthochschulen.

Kunststudium in Magdeburg zu DDR-Zeiten

Obwohl Bauhaus in der DDR kein Thema war, waren die Einflüsse auch im Lehrunterricht nicht mehr wegzudenken. So auch für Else und Ronald Kobe, Grafikdesigner aus Halle. Das Ehepaar Kobe studierte in Magdeburg an der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in den Jahren vor der Schließung.

Ihre Erfahrungen bestätigen, dass es keine thematische Auseinandersetzung mit Bauhaus, den Meistern oder der Geschichte der Bauhaus-Schule gab. Später fand Else Kobe arbeit bei der “Deutschen Werbe- und Anzeigengesellschaft” (DEWAG) und gestaltete Werbematerialien u.a. für die Chemiewerke Leuna und Buna. Die Planstadt Halle-Neustadt ist als “Chemiearbeiterstadt” entstanden und sollte Unterkunft für die Arbeitenden in Leuna bieten.

Im folgender Audioslideshow erzählen Kobes, wie es war in der DDR Werbegrafik zu gestalten.

Bilder: Pforte Kunst- und Handwerksschule Magdeburg